Aktualisiert: 2026-07-19
Nuigurumi-Kuyō — Japans Kultur für alle, die ihr Kuscheltier nicht wegwerfen können
Aus der Vorstellung heraus, dass in Puppen eine Seele wohnt, gibt es in Japan die Tradition, Puppen und Kuscheltiere vor dem Abschied in Schreinen und Tempeln mit einer Gedenkzeremonie (Kuyō) zu verabschieden. Dieser Brauch, Gegenstände auf religiöse Weise zu betrauern, ist eine japanische Besonderheit, für die es im Ausland kaum Beispiele gibt.
Der Tempel Chōfukuju-ji in der Präfektur Chiba blickt auf rund 400 Jahre Geschichte der Puppen-Gedenkzeremonie zurück; nach der Sutrenrezitation werden die Puppen in einem eigens für Puppen bestimmten Verbrennungsofen verabschiedet. Das »Fest des Dankes an die Puppen« des Meiji-Schreins findet seit 1989 jedes Jahr statt; 2019 brachten rund 7.000 Menschen etwa 42.000 Puppen. Viele Schreine und Tempel nehmen Stücke auch per Post an.
Reparieren und weiterverwenden, reinigen und weitergeben oder mit einer Zeremonie Abschied nehmen — der Weg eines Kuscheltiers hat mehr als ein Ende. Das Kerngeschäft dieser Website ist der Vergleich von Reparatur und Reinigung; dass es für den Abschied die Kultur des Kuyō gibt, stellen wir hier aber ebenfalls als Tatsache vor.
Quellen
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